Haus- und Wohnungsschutzbrief

Ein Haus- und Wohnungsschutzbrief dient als Ergänzung zur Hausrat-Versicherung und ist in seinem Bereich ähnlich wie ein Pannendienst für ein Fahrzeug, insbesondere wenn schnelle Hilfe benötigt wird. In den meisten Fällen werden diese Arbeiten dann auch durch ausgebildete Fachleute übernommen, die Abwicklung zwischen dem Versicherten und dem Versicherer erfolgt in der Regel unbürokratisch. Unter die Notfalldienste fallen neben dem Schlüsseldienst und dem Rohrreinigungsservice auch der Sanitär- und Elektro-Installationsservice, die Schädlingsbekämpfung, die Notheizung, die Datenrettung, Kinderbetreuung, Unterbringung von Haustieren sowie die Entfernung von Wespennestern. Versichert sind somit alle Schäden oder Gefahrenfälle innerhalb des Haushalts. Da innerhalb der Hausratversicherung grundsätzlich all diejenigen Schäden abgedeckt sind, die die beweglichen Gegenstände innerhalb einer Wohnung oder eines Hauses betreffen, können innerhalb des Wohnungsschutzbriefes erweiterte Leistungen mitversichert werden, die aus einem Notfall heraus entstanden sind.

Für alle im ersten Abschnitt genannten Notfälle können entsprechende Sofortmaßnahmen eingeleitet werden, wobei der Notrufservice der Versicherer in der Regel über 24 Stunden hinweg erreichbar ist. Leider sind gerade in diesem Bereich die Angebote der Versicherer untereinander sehr unüberschaubar und auch sehr unterschiedlich in Preis und Leistung. Daher ist es stets sinnvoll, sich vor Abschluss eines Haus- und Wohnungsschutzbriefes ausreichend zu informieren. Lohnenswert ist auch stets ein unabhängiger Vergleich im Internet mit den dort eingestellten Versicherungsvergleichsrechnern. Diese Dienste sind nicht nur kostenlos, sondern auch rund um die Uhr im Einsatz. Denn was nützt der günstigste Haus- oder Wohnungsschutzbrief, wenn dieser nicht alle notwendigen Leistungen beinhaltet. Auch sollte darauf geachtet werden, bis zu welcher Höhe diese Leistungen erbracht werden. Viele Versicherte begrenzen zum Beispiel den Zeitraum für die Kinderbetreuung, so dass hierfür nur Kosten für maximal 48 Stunden übernommen werden.

Einschränkungen bei den Leistungen gibt es auch vielfach in Hinsicht des jeweiligen Schadensfalles bzw. der Maximalsumme, die durch den Versicherten pro Jahr in Anspruch genommen werden darf. Auch wenn die monatlichen Beiträge dieser Police überschaubar sind, sollte dennoch vor Abschluss des Haus- oder Wohnungsschutzbriefes nach den aufgeführten Punkten nachgefragt werden. Gleichfalls sollte in die Überlegung mit einbezogen werden, ob es überhaupt Sinn macht, sich für einen solchen Schutz zu entscheiden. Der Grund liegt nämlich darin, dass grundsätzlich der Vermieter für Schäden an Mietsachen aufkommen muss, sofern diese unverschuldet passieren. Andererseits ist der Haus- und Wohnungsschutzbrief eine sinnvolle Ergänzung zur Hausrat- und Wohngebäudeversicherung. Den Schutz können sowohl Mieter als auch Eigentümer einer selbst bewohnten Wohnung oder eines selbst bewohnten Einfamilienhauses in Anspruch nehmen.

Mieter oder Eigentümer erhalten durch den Versicherer einen 24-Stunden-Handwerkerservice, und das an sieben Tagen in der Woche. Innerhalb der Sanitär-, Elektro- oder Heizungsinstallation erhalten Versicherte eine Notfallreparatur zur behelfsmäßigen Wiederherstellung. Der Sanitär-Installateur-Service umfasst die Kostenübernahme für eine Reparatur von defekten Armaturen, Boilern, WC-Spülungen bei Unterbrechung der Wasserversorgung. Der Rohrreinigungs-Service übernimmt neben der Organisation auch die Kosten für die Rohrreinigung von verstopften Abflussrohren im Haus. Auch die Übernahme der Kosten für das Öffnen der Wohnungstür durch einen Schlüsseldienst wird übernommen, wenn sich der Versicherte entweder ausgeschlossen oder den Wohnungsschlüssel verloren hat.

Unter den Heizungsinstallations-Service fallen die Organisation und die Übernahme der Reparaturkosten für undichte Heizkörper oder für defekte Thermostatventile. Kann eine Heizung nicht wiederhergestellt werden, übernehmen die Versicherer auch die Bereitstellung von bis zu drei elektrischen Leih-Heizgeräten inklusive deren Kosten für die Bereitstellung der Geräte innerhalb der Heizperiode. Auch Wespen-, Hornissen- oder Bienennester können eine Gefahr für die Bewohner eines Hauses darstellen. Für diesen Fall übernehmen die Versicherer die Kosten für das fachmännische Entfernen bzw. die Umsiedlung der Nester. Oftmals kommt es auch vor, dass Eltern ihre Kinder nach einem Unfall oder einer Noteinweisung in ein Krankenhaus nicht selber betreuen können. Für diesen Fall übernehmen die Versicherer die Kosten für eine Tagesmutter (auch in der versicherten Wohnung bis 48 Stunden möglich).

Kommt es zu einem Schädlingsbefall innerhalb eines Hauses oder einer Wohnung durch Schaben, Motten, Silberfischchen, Ameisen, Mäusen oder Ratten, übernehmen die Versicherer die Kosten für einen Kammerjäger. Innerhalb der Datenrettung ist die Rettung ungesicherter elektronisch gespeicherter Daten für den Fall eines technischen Defekts von PCs, Laptops oder externen Festplatten versichert. Auch nach einem Einbruchdiebstahl sind die Mieter oftmals auf psychologische Betreuung angewiesen. Die Versicherer tragen hierfür die Kosten für ein Erstgespräch mit einem Psychologen, dessen Aufgabe es ist, den entsprechenden Hilfebedarf festzustellen. Im Anschluss an das Erstgespräch folgt dann die Übergabe der nötigen Kontaktadressen zur weiteren psychologischen Behandlung.

Die Schadensabwicklung erfolgt bei den meisten Versicherern völlig unbürokratisch, der Versicherte hat lediglich die Aufgabe, den Schaden beim jeweiligen Schadensservice der Versicherung zu melden. Der Versicherer selbst organisiert dann die notwendigen Arbeiten und beauftragt den entsprechenden Fachbetrieb. Die Abrechnung wird auf direktem Wege mit den jeweiligen Handwerkern abgewickelt. Günstige Jahresbeiträge trotz umfangreichem Schutz liegen bei rund 20 Euro.

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