Erschreckende Zahlen – Wohnungseinbrüche auf Rekordhoch

Mittwoch den 18.05.2016

Die neuesten Zahlen zu Wohnungseinbrüchen in Deutschland des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft GdV weisen Rekordniveau auf.

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 160.000 Einbrüche gemeldet. Die Versicherungswirtschaft leistete 530 Millionen Euro Schadensersatz. Das entspricht einer Zunahme von 33 Prozent in nur fünf Jahren.

Erstmals seit 2002 wieder 160.000 Einbrüche

Seit dem Jahr 1998 ging die Zahl der Einbruchdiebstahl Delikte bis zum Jahr 2009 kontinuierlich zurück. Seit dem war wieder ein leichter jährlicher Anstieg zu verzeichnen, der jetzt erstmals wieder die Marke von 160.000 erreichte.

Säulendiagramm zur historischen Entwicklung der Wohnungseinbrüche und der Schadenshöhen

Während die Zahl der Straftaten in den Jahren 2011 bis 2015 um 33 Prozent stieg, mussten die Versicherer im selben Zeitraum aber ein Plus von 51 Prozent bei den Schadensersatzleistungen verzeichnen. Die durchschnittliche Schadenshöhe stieg von 2014 auf 2015 von 3.200 auf 3.250 Euro.

Die gestohlene Beute wurde in den vergangenen Jahren immer wertvoller

Jahr Schadendurchschnitt
2015 3.250 €
2014 3.200 €
2013 3.250 €
2012 3.350 €
2011 3.150 €
2010 2.900 €
2009 3.000 €
2008 2.650 €
2007 2.550 €
2006 2.300 €
2005 2.400 €
2004 2.350 €

Quelle: GDV

Als Ursache sieht der Vorsitzende der GdV Geschäftsführung, Jörg von Fürstenwerth, den zu leichten Zugang zu den Räumlichkeiten. Die Bewohner würden in Bezug auf die Sicherheit ihrer Wohnung und Häuser zu wenig in neueste Technik investieren.

Ist auch Ihr Haus nicht optimal geschützt? Wenn es an der Technik hapert sollte umso mehr die passende Versicherung gewählt werden.

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Staat bietet Förderung

Nach Angaben der Bundesregierung will der Bund seine Förderung für einbruchhemmende Maßnahmen auf 50 Millionen Euro aufstocken und damit auf die Nachfrage nach Modernisierung reagieren.

Wie sinnvoll moderne Sicherungssystem sind, belegt die Tatsache, dass rund 40 Prozent aller Einbruchsversuche aufgrund von hohen Sicherheitsvorkehrungen der Bewohner abgebrochen werden.

Bauvorschriften mit Mängeln

Ein weiteres Problem liegt in den staatlichen Bauvorschriften. Diese sehen keine einbruchhemmenden Fenster und Türen vor. Bekanntermaßen sind diese jedoch die Zutrittspunkte der Einbrecher.

Die Forderung Fürstenwerths zielt darauf ab, dass der Staat hier gefordert ist, entsprechende Vorschriften zu erlassen. Bei Neubau- und Sanierungsmaßnahmen sei der Mehraufwand gegenüber nicht-einbruchshemmenden Türen und Fenstern vergleichsweise marginal.

Balkendiagramm zu den bevorzugten Stelen, über die sich Einbrecher Zugang verschaffen

GdV weist auf Täterstrukturen hin

Im Einbruchreport weist der GdV auch auf Tatansätze und Täterstrukturen hin. Täter nutzen die schnelle Möglichkeit. Ein offenes Fenster oder eine Haustür mit leichtem Schloss sind die bevorzugten Ziele.

Als Tatwerkzeug kommt häufig ein Schraubendreher zum Einsatz. Der typische Täter sei laut GdV unter 30 Jahre, männlich und in der Regel in Begleitung einer zweiten Person. Schlimm ist, dass viele der Opfer zum erweiterten Bekanntenkreis der Täter gehörten.

Der typische Einbrecher ist ledig, männlich, arbeitslos und ohne Schulabschluss oder Berufsausbildung. Dieses Bild ergibt sich, betrachtet man die nachfolgende Statistik:

 

Tatverdächtige In Prozent
Familienstand Ledig 72,8
Verheiratet 19,4
Geschieden 7,3
Verwitwet 0,5
Berufliche Tätigkeit Berufstätig 19,1
Arbeitslos 57,7
Hausfrau/-mann 0,5
Rentner/in 1,0
In Ausbildung 6,7
Sonstiges 1,7
Schüler/in 13,2
Schulbildung Ohne Abschluss 46,0
Hauptschulabschluss 29,9
Realschulabschluss 9,5
Abitur 13,9
Anderer Abschluss 0,7
Höchste abgeschlossene Ausbildung Berufsausbildung 40,1
Fachhochschulstudium 0,5
Hochschulabschluss 1,4
Andere abgeschlossene Ausbildung 3,0
Ohne abgeschlossene Ausbildung 55,0

Quelle: GDV

Die beliebtesten gestohlenen Güter

In den seltensten Fällen fahren die Täter mit einem Kleinlaster vor. Gestohlen wird, was leicht zu transportieren und noch leichter zu verkaufen ist. Die nachfolgende Tabelle zeigt die „Hitliste“ der gestohlenen Gegenstände:

Balkendiagramm zur Hitliste der gestohlenen Gegenstände

In diesem Zusammenhang ist es auch empfehlenswert, die eigene Hausratversicherung hin und wieder zu überprüfen. Die qm-Kalkulation verhindert in den meisten Fällen eine Unterversicherung. Es gibt allerdings auch Ausnahmen.

Nutzen Sie daher unseren Versicherungsvergleich um entweder festzustellen, ob Ihre bisherige Police einem Vergleich noch standhält oder um eine neue Hausratversicherung für sich zu finden.

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Wertsachen und Fahrräder sind prozentual abhängig von der Versicherungssumme abgedeckt. Kauft sich der Versicherungsnehmer ein deutlich teureres Fahrrad oder Wertsachen, fällt dies möglicherweise nicht mehr in voller Höhe unter den Versicherungsschutz.

Beträgt die Versicherungssumme 50.000 Euro und Fahrräder sind mit einem Prozent versichert, wird ein 800 Euro teures Bike nicht in voller Höhe erstattet. Fahrräder können in einer Höhe von bis zu zehn Prozent der Versicherungssumme eingeschlossen werden, Wertsachen bis zu einer Höhe von 25 Prozent.

Was können die Bewohner tun?

Ein großer Teil der Beantwortung dieser Frage ergibt sich eigentlich aus dem gesunden Menschenverstand:

  • Türen immer abschließen, nicht nur zuziehen.
  • Bei Abwesenheit alle Türen und Fenster schließen.
  • Hausschlüssel niemals im Freien verstecken.
  • Lampen mit Bewegungsmeldern schrecken bei Dunkelheit ab.
  • Tagsüber geöffnete und abends geschlossene Rollläden signalisieren Anwesenheit.
  • In einbruchshemmende Schlösser investieren.
  • Eventuell eine zertifizierte Alarmanlage installieren.

Der Urlaub nimmt beim Thema Einbruchsprävention noch einmal einen ganz anderen Stellenwert ein. Auch hier gibt es einige Dinge, die das Einbruchsrisiko zumindest verringern.

  • Einträge in sozialen Netzwerken, die auf Urlaub hindeuten, sollten unterlassen werden.
  • Keine Urlaubshinweise auf dem Anrufbeantworter
  • Die Nachbarn bitten, den Briefkasten zu leeren.
  • Eventuell die Beleuchtung über eine Zeitschaltuhr steuern. Gleiches gilt auch für die Rollläden.
  • Wertsachen gehören während des Urlaubs in einen Safe.
  • Keine Kletterhilfen wie Leitern oder Stühle im Außenbereich liegen oder stehen lassen.
  • Blicksichere Adressanhänger am Gepäck nutzen. Flughäfen und Bahnhöfe sind beliebte Informationsquellen für organisierte Einbrecherbanden.

Im Downloadbereich der Internetseite des GdV stehen verschiedene Broschüren mit hilfreichen Informationen bereit. Nach wie vor können sich Bürger jederzeit auch bei der Polizei über Einbruchprävention informieren und beraten lassen.

Autor: Uwe Rabolt


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